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 CSI Märchenland - Sieben Greißlein

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BeitragThema: CSI Märchenland - Sieben Greißlein   CSI Märchenland - Sieben Greißlein EmptyDi März 11, 2008 7:14 am

CSI Märchenland - Sieben Greißlein

Eines wunderschönen Morgens, an einem furchtbar heißen Sommertag, waren unsere beiden Lieblingsdetectives unterwegs zu einem weiteren Tatort.

„Hey, Hutch… Ich… Mir ist… gar nicht gut… Ich habe ein sehr ungutes Gefühl bei diesem Fall… Meinst du nicht, wir sollten noch ein Weilchen abwarten? Lassen wir doch die Opfer erst einmal in Frieden ruhen… Wenigstens, bis das Blut versickert oder verdampft ist… Wer weiß, vielleicht sind sie ja noch gar nicht tot, dann wären die vergangenen vier Tage Fußmarsch vollends für die Tonne… Handys gibt’s auch noch keine, was tun wir also, wenn da nurn Verletzter odern Betrunkener rumhängt und blinden Alarm gemacht hat?, beklagte sich Starsky, der schwitzend neben seinem Kollegen Hutch gen Tatort trottete.

Sein Gesicht ließ vermuten, dass er von einem starken Unwohlsein befallen sein musste, denn würde ihn ein Bilderbuchzeichner völlig nackt auf weißes Papier zeichnen wollen, dann wäre er damit fertig gewesen, bevor er auch nur zum Pinselstrich ausholte!

„Klappe Starsky, es gibt immer ein erstes Mal… Jammer mir jetzt nicht die Ohren voll, ich habe mich nicht umsonst den halben Tag mit Ketchup eingerieben, um dich an den Anblick von blutüberströmten Leichen und Zombies zu gewöhnen! Das Zeug stinkt wie die Hölle, die Tomaten sind aus der realen Welt importiert worden und waren schon Schlecht, als unser Erschaffer sie im Supermarkt in den Wagen schmiss!, entgegnete der irgendwie etwas buntere Kollege Hutch leicht erbittert.

Man hatte vor vier Tagen einen Anruf empfangen, von einer gewissen … Nun, der Name… der muss wohl irgendwie entfallen sein… Es war eine alte Dame, deren Stimme nach man ihr einen ziemlichen Damenbartwuchs zutrauen würde.
Sie berichtete der Zentrale von einem furchtbaren Unfall, möglicherweise sogar einem Suizid!
Ein böser Wolf hätte sich zu weit über die Brunnenkante gelehnt und wäre durch den Sturz tödlich verunglückt.

Am Tatort angekommen erwartete die beiden Detectives ein weit schlimmerer Anblick, als sie ihn hätten erwarten können. Das Wasser des kleinen Brunnens war gerötet vom Blut, ein Gestank von Verwesung lag bereits in der Luft.

„Hmm, sehr auffällig… äußerst auffällig sogar…“, bemerkte Hutch nach einer kurzen Inspektion des Tatortes. Nach wenigen Augenblicken, auch Starsky war bereits wieder zu sich gekommen, begann Hutch, seinen Kommentar aufzuklären: „Kollege Starsky, hier stimmt etwas nicht! Es handelt sich hier keinesfalls um einen Unfall – Und ebenso möchte ich Suizid ausschließen!“ Hutch kratzte sich bei diesen Worten klischeegetreu am Kopf und seine rege Hirnaktivität zeichnete sich in Form tiefer Stirnfalten in sein Gesicht.

„Nun… *aufstoß*… Dann… bitte, erlöse mich… schnell!“ entgegnete der am ganzen Körper zitternde Starsky, der mit hoher Wahrscheinlichkeit blasser war, als die Wasserleiche des alten Wolfes. Diese hatte Hutch bereits von dem unsichtbaren Protokollführer aus dem Brunnen ziehen lassen – Ja, was wäre das CSI ohne jemanden, der den guten Ruf verbreitet!

„Nun… Kollege Starsky… Hey, Starsky, augen auf… WIRST DU WOHL AUFWACHEN!!!“, fuhr Hutch den armen Starsky an, der sich bereits der nächsten Ohnmacht gegenübersah.
Auf den Torso des Toten deutend fuhr er mit seiner Diagnose fort: „Dir ist doch sicherlich bereits aufgefallen, dass im Brunnen und dort, direkt daneben, eine Menge roten Lebenssaftes ausgeflossen ist – Für einen Tod durch Ertrinken ist das nicht gerade die Regel! Das deutet definitiv auf einen Mord hin! Und etwas weiteres fällt mir auf… Ein Wolf, der erst seit 4 Tagen im Wasser ist, kann unmöglich so derartig nach Verwesung stinken! Es sei denn… Aber egal! Wir sollten zunächst eine Unterhaltung mit der Zeugin führen! Unseren Informationen zufolge wohnt sie in der kleinen Hütte dort drüben, bei diesen sieben Bergen…“

Und so marschierten sie zu der kleinen Hütte am Rand des dunklen Waldes. Um sicher zu gehen, das richtige Haus zu besuchen, las Hutch das Namensschild, das sich direkt unter der Hausnummer „Sieben“ befand. Und, donnerwetter, dort wohnte doch tatsächlich eine alte Dame mit stolzen sieben Gemahlen! Er klopfte an, die alte Dame öffnete – Hutch wich erst einmal zurück!
Den wen er da sah, kannte er aus alten Erzählungen! Ihre Lippen, so rot wie Blut! Ihre Haare waren… nein… Stimmt nicht, den die Dame war seit ihren kindlichen Abenteuern um einiges gealtert! Und… Sie hatte tatsächlich einen Ziegenbart… Also auf ein neues: Ihre Lippen, so verborgen unter einem kleinen Ziegen-Damenbärtchen, Ihr Haar, so… Kurz und weiß… Und… Ihre Haut, nunja… Die war ebenfalls von Fell bedeckt…

„Kleewittchen… Sie sind es doch, oder? Wir würden uns gern mit Ihnen und Ihren sieben Gemahlen über… Oh, da ist ja tatsächlich einer gewachsen…“, sprach er, während er an Kleewittchen vorbei auf einen stattlichen, überraschend jung wirkenden Herren mit Brille schielte.

„Es tut mir ehrlich Leid, meine sieben lieben Gemahlen sind leider allesamt verschwunden… Sie sind wohl nicht einmal mehr am leben, wo sie doch schon sieben alte Greißlein sind… Ach weh, ach weh, ich bin so in Trauer, ich möchte mich vielmals zu entschuldigen bitten,
Doch fühle ich mich nicht im Stande, in diesem Moment der Trauer über diese Tragödie zu sprechen…“

Mit einem „KNALL“ wirbelte sie Starsky dir Tür in seine nun nicht mehr so blasse und selbst etwas blutige Visage!

„Durch perfekte Beobachtung habe ich die das alte Kleewittchen sofort durchschaut! Lass uns zum Brunnen zurückkehren, etwas sagt mir, dass wir dort mehr als einen toten Wolf finden werden!“ rief Hutch fast euphorisch.

Nachdem Hutch Starsky nach dessen unglücklichem Kuss mit der Massivholztür wieder aufgesammelt hatte, erreichte man kurze Zeit später wieder den Tatort.

Hutch übergab dem unsichtbaren Protokollführer die ehrwürdige Aufgabe, den leblosen Torso des Wolfes der Länge nach aufzuschneiden – Kein leichtes Spiel, wenn man bedenkt, dass das Skalpell aus Kostengründen durch eine kindersichere Bastelschere ersetzt wurde.
Und siehe da, nur wenige Stunden später tauchten in den Innereien nach und nach sieben alte Greißlein auf, allesamt durch Huftritte im Kopfbereich brutalst hingerichtet.
Von irgendwo her tönte wie von einem Plattenspieler eine seltsame Musik, die Jahrhunderte später sicher mal am Ende irgend einer TV-Serie zu hören sein würde, und Hutch begann sein klischeehaftes Auflösen des Falles.

„Siehe da, ich habe mir von Anfang an gedacht, dass das nicht der Wolf sein kann, der da so stinkt… Sie hat gewisse schauspielerische und amateurhafte Fehler gemacht, doch Kleewittchens Plan war dennoch ein Geniestreich!
Lass mich von vorn beginnen: Hübscher junger Schönling mit eindeutiger Sehschwäche begegnet mitten im Walde Kleewittchen… Diese hatte genug vom Leben mit den sieben Greißlein und verliebte sich umgehend in den Schönling. Klare Konsequenz: Die Greise müssen weg! Sie überrumpelte sie im Schlaf und richtete die wehrlosen, alten Greise brutal mit gezielten Kopftritten hin. Dann jagte sie einen Wolf, schnitt ihn dort neben dem Brunnen auf, wo mir ja das Blut bereits auffiel!
Sie quetschte die sieben toten Greißlein ins Innere der Wolfsleiche und nächte diese mit erstaunlichem Geschick wieder zu! Dann warf sie unter Mithilfe des starken Schönlings die Leiche in den Brunnen und übertrug der Brillenschlange dann die Aufgabe, den Tatort zu reinigen und von möglichen Spuren zu befreien. Doch übersah er natürlich den einen oder anderen Blutfleck. Gepaart mit der schlechten Schauspielkunst a la „GZSZ“ oder „Verbotene Liebe“ macht das die Beweislage eindeutig! Starsky, wir ware wieder ein… STARSKY, WACH AUF!!!“

„Ende“


Kleewittchen bekam für siebenfachen Mord und einmaliges Ausnutzen von Behinderungen eines Mitmenschen zum eigenen Vorteil (sie parkte mit dem Behindertenausweis ihres Schönlings im Halteverbot) fünfmal lebenslänglich! Da Märchen aber niemals sterben, wurde sie nach Amtseintritt des Gouverneur Schwarzenegger zum Tode auf dem elektrischen Stuhl verurteilt.
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